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bAV - die betriebliche Altersversorgung

Betriebliche Altersvorsorge:

Jeder Arbeitnehmer hat einen Anspruch darauf!

 

Die Studie einer Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft kommt zu dem Ergebnis, dass sich viele Arbeitnehmer nicht ausreichend über das Thema betriebliche Altersvorsorge informiert fühlen, und das, obwohl sie einen rechtlichen Anspruch auf diese sehr stark geförderte Art der Altersvorsorge haben.

 

98 Prozent der Arbeitnehmer sind laut einer repräsentativen Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PWC) der Meinung, dass die gesetzliche Rente im Rentenalter nicht ausreichen wird. Mehr als die Hälfte, nämlich 58 Prozent haben jedoch noch keine entsprechende Vorsorge.

 

Von denjenigen, die bereits finanziell mit einer oder mehreren Lösungen für ihr Alter vorsorgen, haben die meisten, nämlich 43 Prozent eine betriebliche Altersvorsorge (bAV) sowie jeweils 34 Prozent einen Riester-Vertrag und eine private Rentenversicherung. Das ist ein Ergebnis der repräsentativen PWC-Studie „Betriebliche Altersversorgung“, für die 1.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte aus ganz Deutschland befragt worden sind. 61 Prozent der Befragten, die keine bAV haben, wussten ihrer Meinung nach zu wenig darüber.

 

Informationsdefizit

Jeder dritte Arbeitnehmer war der Ansicht, dass sein Arbeitgeber keine bAV anbieten muss beziehungsweise anbietet. Dies ist jedoch falsch, denn seit einigen Jahren hat jeder Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch darauf, dass der Arbeitgeber ihm die Möglichkeit einer betrieblichen Altersvorsorge zur Verfügung stellt. Über die Form der bAV entscheidet der Arbeitgeber. Unter anderem ist die Einzahlung in einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder in eine Direktversicherung möglich.

 

Arbeitnehmer, deren Arbeitgeber von sich aus keine bAV anbieten, können eine Entgeltumwandlung über eine Direktversicherung fordern. Arbeitnehmer können beispielsweise durch eine Gehaltsumwandlung, also durch Teile des Gehaltes oder Sonderzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld, eine eigene Zusatzrente aufbauen. Manche Arbeitgeber übernehmen die Kosten beziehungsweise Beiträge für die bAV auch komplett alleine. Wie die Befragung ergab, haben 29 Prozent der Arbeitnehmer eine vom Arbeitgeber komplett finanzierte Betriebsrente

 

Win-win-Lösung

Für Arbeitnehmer und Arbeitgeber ist die bAV eine Win-win-Lösung. Denn laut Gesetz ist für das Jahr 2020 ein Beitrag in Höhe von 3.312,- €, – das sind vier Prozent der jeweils geltenden Beitragsbemessungs-Grenze West der Rentenversicherung – den der Arbeitnehmer in die bAV-Lösung einzahlt, für ihn steuer- und sozialversicherungsfrei. Unter Umständen kann er zudem weitere 3.312 € (4% der BBG) steuerfrei in einen bAV-Vertrag, beispielsweise in eine Direktversicherung, einzahlen.

 

Auch der Arbeitgeber profitiert davon. Er kann die vom Unternehmen bezahlten Beiträge zur bAV als Betriebsausgaben geltend machen und Lohnnebenkosten (durch die Einsparungen von Sozialversicherungs-Beiträgen) reduzieren.

 

Kleine Betriebe haben Nachholbedarf

Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen scheinen laut der Studie Nachholbedarf zu haben. So gaben drei Viertel der Befragten aus Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern und mehr als die Hälfte aus Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern an, ihr Arbeitgeber biete keine Information zur bAV an.

 

Doch auch große Unternehmen bleiben unter ihren Möglichkeiten: 35 Prozent der Befragten aus Unternehmen mit bis zu 5.000 Mitarbeitern vermissen die Aufklärung seitens des Arbeitgebers, aus Unternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern immerhin noch 28 Prozent. Insgesamt erhielten 49 Prozent der Arbeitnehmer bisher keine Informationen zur bAV von ihrem Arbeitgeber.

 

Die Erwartungen der Arbeitnehmer an die Arbeitgeber

Dabei haben die Arbeitnehmer der Studie zufolge in Sachen bAV durchaus gewisse Ansprüche an ihren Arbeitgeber. Für mehr als die Hälfte der Befragten ist die betriebliche Altersvorsorge relevant für die Wahl des Arbeitgebers. Dabei erwarten nur die wenigsten, nämlich nur 19 Prozent, eine vollständig vom Arbeitgeber finanzierte Versorgungsleistung. Vielmehr wäre mehr als die Hälfte mit verständlichen Informationen zum Thema sowie einem Zuschuss des Arbeitgebers bereits zufrieden.

 

Arbeitnehmer, die noch keine bAV-Vorsorge haben, sollten sich bei ihrem Arbeitgeber erkundigen, welche betriebliche Altersversorgung dieser anbietet. Bei der Beratung sollte freilich nicht verschwiegen werden, dass die Auszahlungen aus einer betrieblichen Altersversorgung immer steuer- und krankenversicherungspflichtig sind, und zwar selbst dann, wenn während der Einzahlungsphase keine Krankenversicherungsbeiträge gespart wurden, weil das Gehalt über der Beitragsbemessungsgrenze lag. Allerdings hat der Gesetzgeber für die Auszahlung der Betriebsrenten mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) wieder Freibeträge eingeführt, welche die Krankenversicherungsbeiträge des Versicherten senken.

 

Kurz zusammengefasst:

 

► Stichpunkte aus Arbeitgebersicht

 

- eine bAV ist eine wichtige Ergänzung zur GRV
 
(Ein Appell an die Fürsorgepflicht des AG, es bestehen immer noch massive Informations- und Versorgungslücken in der Belegschaft)

- der Rechtsanspruch der Mitarbeiter auf Entgeltumwandlung wird erfüllt

- Senkung der Lohnnebenkosten durch Sozialversicherungsersparnisse
  (ca. 25% der jeweiligen Beiträge, incl. U1, U2 und BG-Beiträge)

- keine bilanziellen Belastungen durch geschickte Wahl des Durchführungsweges

- keine Verwaltungskosten

- keine Insolvenzsicherungskosten
  (keine Beiträge zum PSV, Pensionssicherungsverein)

- keine Nachfinanzierungsrisiken

- unbürokratische Abwicklung bei Ausscheiden eines Mitarbeiters

- sauber dokumentieren, dass alle Mitarbeiter informiert wurden
  (durch unsere Beratungsprotokolle)

- oder: schriftliche Verzichtserklärung des Mitarbeiters = dadurch Rechtssicherheit für den AG

- Optimierung der VWL

  (Vorteil auch bei den Lohnnebenkosten)

- Hinweis: Bevölkerungsentwicklung / demographischer Wandel

  (Fachkräftemangel droht – Sozialleistungen vom AG werden immer wichtiger)

- Beiträge zur Direktversicherung sind Betriebsausgaben

 

► Stichpunkte aus Arbeitnehmersicht

 

- Jeder Arbeitnehmer hat einen Rechtsanspruch auf eine Entgeltumwandlung

- steuer- und sozialabgabenfrei für die eigene Betriebsrente ansparen

- mind. 15%-iger Zuschuss vom Arbeitgeber auf den bAV-Beitrag gem. Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG)

- Optimierung der VWL-AG-Zulagen

- flexible Gestaltung der Versorgung hinsichtlich der Altersrente,
  (
Hinterbliebenenabsicherung und Berufsunfähigkeitsabsicherung sind möglich)

- problemlose Übertragung bei Arbeitgeberwechsel
  (bei Arbeitgeberwechsel kann der Vertrag „einfach mitgenommen“ werden)

- monatliche Beiträge bis 276,- € sind steuer- und sozialabgabenfrei (3.312,- € im Jahr 2020)

- weitere Beiträge bis 276,- € mtl. sind steuerfrei (3.312,- € im Jahr 2020, entspricht zuammen zweimal 4% der BBG)

- jeder sollte seinen eigenen Rentenbedarf errechnen und entsprechend handeln

- Rentenanspruch aus GRV bei z. B. 2.500,- € Brutto-Durchschnittseinkommen = nur ca. 880,- € GRV-Rente Netto

- wer die bAV nicht nutzt, verschenkt monatlich hohe finanzielle Vorteile

- nachgelagerte Besteuerung – die Vorteile in der Ansparphase sind i. d. R. wesentlich höher

- Freibeträge in der Rentenphase reduzieren die KV-Beiträge der Versicherten

- Harzt-IV sicher

- Insolvenzgeschützt

Fazit: Die bAV gewinnt in allen Unternehmen und bei den Mitarbeitern immer mehr an Bedeutung.

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